Projekt
Auftraggeber

Tiefengeothermie - Wechselwirkungen zwischen benachbarten Geothermieprojekten
anonym, Auskunft über delta h

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Ausführliche Referenz-beschreibung

Projekt-Kurzbeschreibung
Ein Energieversorgungsunternehmen plant die Erschließung von Thermalwasser auf dem Gebiet einer Gemeinde bei München. Ziel ist es, das bestehende Fernwärmenetz mit Energie aus Hydrothermalwässern aus den Schichten des Malm zu speisen. Diese sollen in Tiefen von rd. 2500 – 2900 m gewonnen werden. Mittels Wärmetauschern wird das geförderte Thermalwasser seine Energie an das Fernwärmenetz abgeben und über eine weitere Bohrung wieder in den Aquifer reinjiziert. Das Erschließungsziel sieht die Förderung und Entwärmung von rd. 85 °C und die Reinjektion von rd. 55-60 °C warmem Grundwasser vor. Dabei beträgt die Förderrate bis zu 85 l/s. Vor der Durchführung der Erschließungsmaßnahmen zur Erdwärmegewinnung aus dem Malm sollen mit Hilfe eines 3D-Grundwassermodells Aussagen über mögliche Wechselwirkungen der geplanten Tiefbrunnen zu benachbarten Geothermieprojekten gemacht werden.

  • Das Grundwassermodell wurde anhand des bekannten Gebirgsmodells und bekannten Daten, Messungen sowie Erfahrungswerten aus anderen Geothermieprojekten erstellt. Anschließend wurden Prognoserechnungen durchgeführt, welche reproduzierbare Ergebnisse bezüglich den Wechsel- und Langzeitwirkungen sowie den Erschließungs- und Betriebsrisiken bereitstellten.
  • Wärme kann sich im Gegensatz zu gelösten Stoffen nicht nur konvektiv und diffusiv mit dem Fluid ausbreiten, sondern auch über die wärmeleitfähige Matrix transportiert werden.
  • Der Motor, der ständig Energie in Form von Wärme nachliefert, ist der diffusive Wärmefluss der gespeicherten Wärme der Gesteinsmatrix. Diese Wärme wird durch ein tiefliegendes Einzugsgebiet vertikal gespeist.
  • Die Ergebnisse der Prognoserechnung zeigen hohe Temperaturen in den unteren Schichten von bis zu 90 ° C und niedrigere Temperaturen zu den oberen Schichten hin. In den Nahbereichen des Ex- sowie des Infiltrationsbrunnens stellt sich die Verteilung der Temperatur anders dar. In der Förderbohrung gelangen die hohen Temperaturen durch Förderung des Thermalwassers bis in die oberen Schichten aus einem tiefer gelegenen Einzugsgebiet.
  • Die Modellrechnung verdeutlicht zudem, dass das Geothermiewasser hauptsächlich aus den Störungs- und Verwerfungszonen über die Tiefe gefördert wird. Die horizontale Ausbreitung der Geschwindigkeitserhöhung findet nur in sehr geringem Maße statt. Somit wird das Wasser nur zu einem sehr geringen Anteil über die Matrix des Malms gehoben. Der Abkühlungsbereich im Infiltrationsbrunnen ist kleinräumig und erreicht nicht den Bereich der Förderung

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